Mittwoch, 5. Juli 2017

Kardinal Meisner und Abtreibung: Vor Gott gibt es keine Differenz zwischen „ungeboren“ und „geboren“

Benno Hofschulte, Leiter der Aktion SOS LEBEN, mit Kardinal Joachim Meisner
Energisch hat sich Erzbischof Joachim Kardinal Meisner für das Lebensrecht ungeborener Kinder eingesetzt. Die Gesellschaft dürfe sich nicht damit abfinden, dass jährlich eine Zahl von Kindern in der Größenordnung der Einwohnerzahl von Koblenz und Remscheid abgetrieben werden, sagte er in einem Gottesdienst am 28. Dezember 2011, dem Tag der Unschuldigen Kinder, im Kölner Dom.

„Vor Gott gibt es keine Differenz zwischen „ungeboren“ und „geboren“, zwischen den ersten drei Monaten und den letzten sechs Monaten einer Schwangerschaft. Und darum stellt sich die Kirche vorbehaltlos vor die Kinder, namentlich vor die ungeborenen Kinder, weil sie oftmals die gefährdetsten sind. Das Kind darf nie Mittel zum Zweck werden, wenn es etwa der Familienplanung widerspricht, sodass man dann sein Leben auslöscht. Darum tritt die Kirche von Anfang ihres Bestehens an gegen jede Tötung ungeborener Kinder und natürlich auch der geborenen Kinder ein."

Kinder müssten „immer geschützt werden müssen vor den Interessen der Mächtigen, der Machthaber, der Klugen und der Erwachsenen“, so der Erzbischof von Köln. Jesus sei „deshalb als Obdachloser geboren worden, um sich mit allen ungeborenen und geborenen Kindern zu identifizieren, wo immer sie auch geboren werden mögen“. Deutschland sei ein „armes Volk“, weil in ihm die Zahl der Kinder „so massiv“ zurückgehe, „dass die soziale Sicherheit für unsere Bevölkerung verloren gegangen ist“.

„Und ich meine, wir haben wohl das Wissen verloren, dass ein Kind - geboren oder ungeboren - ein kleiner, vollwertiger Mensch ist. Wir wissen nicht mehr, woher er kommt, mit welcher Verheißung er gesegnet ist und welche unverzichtbare Aufgabe er in der menschlichen Gesellschaft hat... Christus hat sein Leben hingegeben, damit wir das Leben haben, und zwar in Fülle haben (vgl. Joh 10,10): das ungeborene, das geborene, das alt gewordene Leben, das eigentlich kein „Es“ ist, sondern ein „Du“, damit sie dieses Leben in Fülle haben: die ungeborenen Kinder, die geborenen Kinder, die alt gewordenen Menschenkinder. Für sie treten wir ein mit Christus vor dem Vater im Heiligen Geist, damit der Mensch nicht seine vornehmste Berufung vergisst, mitzuwirken am Schöpfungswerk Gottes: in Ehe, Familie und in der Sorge um unsere Kinder.“

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