Donnerstag, 10. August 2017

Am 16.9.2017 findet der "Marsch für das Leben" in Berlin statt

Es ist wieder soweit: Am 16. September 2017 findet der diesjährige "Marsch für das Leben" in Berlin statt.

Start ist um 13:00 Uhr vor dem Reichstag

Lassen Sie uns –  diesmal eine Woche vor der Bundestagswahl – gemeinsam ein starkes Zeichen setzen – für das Leben, für die Menschenwürde, für einen positiven Umgang mit ungeplanter Schwangerschaft und für eine Gesellschaft, die „Ja zu jedem Kind“ sagt.


 

Donnerstag, 20. Juli 2017

Chile: Abtreibungsgesetz passiert Abgeordnetenhaus nicht und droht ganz zu scheitern

Die "Moneda", Sitz des chilenischen Präsidenten
Mathias von Gersdorff

Es geschehen noch Wunder: Entgegen der allgemeinen Erwartungen, erhielt das umstrittene Abtreibungsgesetz nicht die notwendige Mehrheit im Abgeordnetenhaus.

Der chilenische Senat hatte dem Gesetz am Dienstag nach einer Marathonsitzung zugestimmt. Doch in dieser Form erhielt das Gesetz keine Mehrheit im Kongress und muss deshalb zum Vermittlungsausschuss zwischen Senat und Abgeordnetenhaus überwiesen werden.

Damit verzögert sich das Gesetzgebungsverfahren in einer entscheidenden Phase. Am 30. August wird nämlich das Verfassungsgericht umbesetzt und der neue oberste Richter gilt als Pro-Life. Die Opposition hat unmittelbar nach der Verabschiedung durch das Senat  am Dienstag (18. Juli) eine Klage beim Verfassungsgericht angekündigt.

Dadurch ist gut Möglich, dass Chile die Tötung unschuldiger Kinder im Mutterleib nicht legalisiert.

Die sozialistische Regierung von Michelle Bachelet wollte deshalb unbedingt das Gesetz am 20. Juli 2017 verabschieden, damit im Falle einer Klage der Opposition gegen das Gesetz noch vor der neuen Besetzung des Verfassungsgerichtes.

Alle Artikel zum chilenischen Abtreibungsgesetz: https://aktion-sos-leben.blogspot.cl/search/label/Chile

Vereinte Nationen jubeln über Liberalisierung der Abtreibung in Chile


Mathias von Gersdorff

In schamloser Art und Weise hat der „Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte“ die Liberalisierung der Abtreibungsgesetzgebung durch den Senat Chiles bejubelt:

„Wir beglückwünschen Sie für diesen Schritt zugunsten der Rechte der Frauen.“

In der Vergangenheit hat sich die VN-Behörde mehrmals über die „zu restriktive“ Gesetzgebung beschwert. Diese würde sich gegen die „Reproduktionsrechte“ und sogar gegen das Recht auf Leben der Frauen richten.

Der Kommissar der Vereinten Nationen ist für die „Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau“ er hat sogar die komplette Straffreiheit für die Abtreibung gefordert - unabhängig vom Motiv.

Das am 18. Juli 2017 vom Senat verabschiedete Gesetz wird heute (20. Juli 2017) im Abgeordnetenhaus behandelt. Obwohl das Gesetz hinter den Erwartungen des linken Regierungsbündnisses liegt, dürfte es eine Mehrheit bekommen. Die sozialistische Präsidentin Michelle Bachelet wünscht sich ein einstweiliges Ende der parlamentarischen Debatte, die seit fast drei Jahren anhält.

Mittwoch, 19. Juli 2017

Chile: Senat passiert Abtreibungsgesetz mit Stimmen der Christdemokraten

Kongress in Santiago de Chile. Foto: Mathias v. Gersdorff
Mathias von Gersdorff

Ein umstrittenes Abtreibungsgesetz fand im chilenischen Senat am 19. Juli 2017 eine knappe Mehrheit. Zeitweise schien es, dass das Gesetz aufgrund des heftigen Widerstandes keine Mehrheit bekommen würde. Doch schließlich passierte es knapp. Entscheidend waren Stimmen von Christdemokraten, die sich in letzter Minute für die Liberalisierung aussprachen.

Die konservative Opposition hat schon während der Sitzung angekündigt, dass sie das Verfassungsgericht anrufen würde.

Das Gesetz sieht die Möglichkeit einer Abtreibung in drei Fällen vor: Todesgefahr für die Mutter, grobe Missbildung des ungeborenen Kindes und Vergewaltigung.

Über manche wichtige Aspekte des Gesetzes wurde noch nicht entschieden: Ob die Beratung der Frau neutral oder pro-Kind sein soll und wie umfassend die Gewissensfreiheit sein soll. Es herrscht Konsens, dass Ärzte nicht zu einer Abtreibung gezwungen werden dürfen. Uneinigkeit gibt es indessen, ob das begleitende Personal (Krankenschwestern, Anästhesisten etc.) auch dieses Recht enthalten sollen. Ebenso fand man keine Einigung, ob sich Krankenhäuser komplett Abtreibungen verweigern können. 

Diese Teilaspekte des Gesetzes sind besonders wichtig, denn über sie will die Linke einen Anspruch auf Abtreibung etablieren und de facto ein „Recht auf Abtreibung“ einführen. 

Sollte das Abtreibungsgesetz später nach der Salamitaktik erweitert werden, so könnten sich Krankenhäuser kaum noch wehren, wenn es praktisch zu einer Praxis der „Abtreibung auf Nachfrage“ käme.

Allerdings ist unsicher, ob in der laufenden Legislaturperiode, die dieses Jahr endet, die Debatte noch fortgeführt wird. Die Regierung der sozialistischen Präsidentin Michelle Bachelet hat signalisiert, dass sie für eine Zeit ein Ende der Debatte wünscht. 

Im November dieses Jahres finden Wahlen des Präsidenten, des Senat und des Kongresses statt. Möglicherweise will Bachelet die katholische und evangelikale Wählerschaft nicht länger strapazieren. Auch die Christdemokraten werden ihrer Basis erklären müssen, wie es in allerletzter Minute zu einem Verrat am Recht auf Leben kam.

Die Debatte um die Abtreibung hat das südamerikanische Land tief aufgewühlt. Die bei weitem größten Demonstrationen kamen von den Gegnern der Liberalisierung. Die Befürworter erhielten stets Unterstützung der internationalen Abtreibungslobby. 

Montag, 17. Juli 2017

Chile: Legalisierung von Abtreibung im Endspurt

La Moneda, Sitz des chilenischen Präsidenten
Mathias von Gersdorff

Für heute und morgen ist im Senat Chiles eine Debatte über ein Gesetzesprojekt zur Teilliberalisierung von Abtreibung vorgesehen. Beobachter rechnen aber damit, dass sich die Debatte zu einer Mammutsitzung entwickeln und bis Donnerstag andauern könnte.

Zuvor hatte das Gesetz das Abgeordnetenhaus passiert. Sollte es zu einer Abstimmung kommen, wird das Gesetz zurück an das Abgeordnetenhaus zur Beratung überwiesen.

Die anstehende Liberalisierung ist höchst bedauerlich. Das südamerikanische Land ist eines der letzten auf der Welt, in welchen Abtreibung noch gänzlich verboten ist. In den letzten Jahren wurde das Vorhaben der linken Regierung unter Präsidentin Michelle Bachelet äußerst kontrovers diskutiert.

Erfreulicherweise gab es massiven Widerstand gegen die geplante Liberalisierung.

Allein die letzte Petition gegen das Gesetz - von den evangelischen Kirchen durchgeführt (ca. 13 Prozent der Chilenen sind protestantisch) -, konnte 600.000 Unterschriften sammeln, eine gigantische Zahl für ein Land mit einer Bevölkerung von ca. 18 Millionen Menschen.

Ähnliche Initiativen wurden auch von der chilenischen Pro-Life-Bewegung und von der katholischen Kirche organisiert.

Das vorliegende Gesetz sieht drei Gründe für eine legale Abtreibung vor: Gefahr für die Gesundheit der Mutter, Missbildung des Embryos und Vergewaltigung.

Über die drei Gründe wird im Senat möglicherweise getrennt abgestimmt werden, so dass sich die Zahl noch reduzieren könnte. Christdemokraten wollen nämlich nicht für die Zulassung im Falle von Vergewaltigung abstimmen.

Besonders kontrovers wird diskutiert, wer sich aus Gewissensgründen weigern kann, Abtreibungen durchzuführen. Die linken Parteien fordern diese Freiheit ausschließlich für die Ärzte, nicht aber für das sonstige Personal (Anästhesist, Krankenschwester etc.).

Auch sind die Modalitäten der Beratung umstritten, die eine der drei Gründe feststellen sollen. Während die Linken eine ergebnisoffene und völlig neutrale Beratung anstreben, fordern die konservativen Politiker eine Begleitung, die das Recht auf Leben des Ungeborenen betont.

Verglichen mit der deutschen Abtreibungspraxis erscheint das Gesetzesprojekt restriktiv. Doch es sieht keine Straffreiheit vor, sondern eine ausdrückliche Zulassung und ein implizites „Recht auf Abtreibung“. Dies wird insbesondere in der Diskussion um die Gewissensentscheidung deutlich: Gesundheitseinrichtungen, vor allem staatliche, sollen gezwungen werden, Abtreibungen anbieten zu müssen.

Sollte der Katalog der Gründe, die eine Abtreibung zulassen, mit der Zeit erweitert werden (wie das praktisch überall geschehen ist, wo Indikationslösungen eingeführt wurden), so stünden Krankenhäuser mit der Zeit mehr und mehr im Zwang, Abtreibung auf Anfrage durchführen zu müssen.

Mittwoch, 12. Juli 2017

16. Juli 2017: Öffentlicher Protest in Konstanz gegen den neuen PraenaTest

Kommen Sie nach Konstanz zur Kundgebung und protestieren Sie so gegen den neuen, bedrohlichen Gentests (PraenaTest), der die vorgeburtliche Selektion von Menschen mit Behinderung zum Ziel hat!

Sonntag,  16. Juli 2017,  14 - 16 Uhr vor dem Gebäude der Firma LifeCodexx in Konstanz, Line-Eid-Str. 3

Am Sonntag, dem 16. Juli 2017, findet nachmittags ab 14 Uhr vor dem Gebäude der Firma LifeCodexx in Konstanz, Line-Eid-Str. 3, eine wichtige öffentliche Kundgebung statt, mit der wir gemeinsam mit der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA)  auf diese stille, neue und leider wachsende Bedrohung des Lebens ungeborener Menschen in unserer Gesellschaft aufmerksam machen!

Das Biotechnologie-Unternehmen LifeCodexx entwickelt und vertreibt seit einigen Jahren bundesweit einen Bluttest, mit dem schon früh in der Schwangerschaft sogenannte Chromosomenstörungen (u.a. Trisomie 21 und Turner-Syndrom ) aufgedeckt werden sollen. Bei diesem Test handelt es sich um eine gezielte „Raster-Fahndung“ nach mutmaßlich Behinderten! Im Falle beispielsweise der Feststellung eines Down-Syndroms führt dies in über 90% der Fälle zur Tötung des ungeborenen Kindes! Daher ist es sehr wichtig, gegen diese neue Art der Selektion von Menschen auch öffentlich zu protestieren, zumal in Berlin jetzt bald die Entscheidung ansteht, den Test zu einer Regelleistung der Krankenkassen für a l l e Schwangeren zu machen. So wächst mehr und mehr der Druck auf Frauen und Familien, nur noch genetisch „geprüfte“ Kinder zur Welt zu bringen.

Gerade in Deutschland dürfen wir es nicht zulassen, wenn es in unserem Land erneut zu einer frühen eugenischen Selektion von Menschen kommt, die eventuell genetisch nicht den Erwartungen, Hoffnungen oder Anforderungen entsprechen! Als Bürger und als Christen demonstrieren wir friedlich dagegen, dass der Staat einen solchen genetischen Selektionstest zugelassen hat und wir durch unsere Krankenkassenbeiträge dieses Angebot zur genetischen „Auswahl“ von Menschen sogar noch unterstützen sollen.

Der PraenaTest verstößt in eklatanter Weise gegen das Verbot, Menschen mit Behinderungen zu diskriminieren. Bemühungen um Inklusion solcher Menschen werden zum Hohn, wenn sie zukünftig bei „Verdacht“ schon ausgesondert werden.

Vielleicht verlassen sich zu viele Menschen heute darauf, dass die Politik oder der Staat das Lebensrecht der Ungeboren wirklich immer wirksam schützt und garantiert. Das ist leider hier nicht der Fall. Daher müssen auch wir als Bürger uns direkter zu Wort melden und uns für das Leben deutlicher einsetzen.

Hubert Hueppe, MdB, stellv. CDL-Bundesvorsitzender und jahrelanger Behindertenbeauftragter der Bundesregierung, wird als einer der Redner erwartet. Er hat im Bundestag bereits mehrfach kritisch auf die Gefährlichkeit dieser neuen, bedrohlichen Gentest aufmerksam gemacht  und dagegen protestiert. Prof. Dr.med. Holm Schneider, stellv. ALfA- Bundesvorsitzender, wird über seine beeindruckenden Erfahrungen berichten, ebenso interessante Eltern und Betroffene.

Setzen Sie durch Ihre persönliche Teilnahme ein Zeichen, um Ihrer Kritik klaren Ausdruck zu geben! Überlassen Sie es nicht nur den anderen, aktiv zu werden. Es ist ein Sonntagnachmittag, nehmen Sie sich bitte diese Zeit. Konstanz an einem Sommernachmittag ist ohnehin eine Reise wert.

Veranstalter: Christdemokraten für das Leben/Baden-Württemberg

Mittwoch, 5. Juli 2017

Kardinal Meisner und Abtreibung: Vor Gott gibt es keine Differenz zwischen „ungeboren“ und „geboren“

Benno Hofschulte, Leiter der Aktion SOS LEBEN, mit Kardinal Joachim Meisner
Energisch hat sich Erzbischof Joachim Kardinal Meisner für das Lebensrecht ungeborener Kinder eingesetzt. Die Gesellschaft dürfe sich nicht damit abfinden, dass jährlich eine Zahl von Kindern in der Größenordnung der Einwohnerzahl von Koblenz und Remscheid abgetrieben werden, sagte er in einem Gottesdienst am 28. Dezember 2011, dem Tag der Unschuldigen Kinder, im Kölner Dom.

„Vor Gott gibt es keine Differenz zwischen „ungeboren“ und „geboren“, zwischen den ersten drei Monaten und den letzten sechs Monaten einer Schwangerschaft. Und darum stellt sich die Kirche vorbehaltlos vor die Kinder, namentlich vor die ungeborenen Kinder, weil sie oftmals die gefährdetsten sind. Das Kind darf nie Mittel zum Zweck werden, wenn es etwa der Familienplanung widerspricht, sodass man dann sein Leben auslöscht. Darum tritt die Kirche von Anfang ihres Bestehens an gegen jede Tötung ungeborener Kinder und natürlich auch der geborenen Kinder ein."

Kinder müssten „immer geschützt werden müssen vor den Interessen der Mächtigen, der Machthaber, der Klugen und der Erwachsenen“, so der Erzbischof von Köln. Jesus sei „deshalb als Obdachloser geboren worden, um sich mit allen ungeborenen und geborenen Kindern zu identifizieren, wo immer sie auch geboren werden mögen“. Deutschland sei ein „armes Volk“, weil in ihm die Zahl der Kinder „so massiv“ zurückgehe, „dass die soziale Sicherheit für unsere Bevölkerung verloren gegangen ist“.

„Und ich meine, wir haben wohl das Wissen verloren, dass ein Kind - geboren oder ungeboren - ein kleiner, vollwertiger Mensch ist. Wir wissen nicht mehr, woher er kommt, mit welcher Verheißung er gesegnet ist und welche unverzichtbare Aufgabe er in der menschlichen Gesellschaft hat... Christus hat sein Leben hingegeben, damit wir das Leben haben, und zwar in Fülle haben (vgl. Joh 10,10): das ungeborene, das geborene, das alt gewordene Leben, das eigentlich kein „Es“ ist, sondern ein „Du“, damit sie dieses Leben in Fülle haben: die ungeborenen Kinder, die geborenen Kinder, die alt gewordenen Menschenkinder. Für sie treten wir ein mit Christus vor dem Vater im Heiligen Geist, damit der Mensch nicht seine vornehmste Berufung vergisst, mitzuwirken am Schöpfungswerk Gottes: in Ehe, Familie und in der Sorge um unsere Kinder.“