Mittwoch, 5. Juni 2024

Neue Studie zeigt erhöhtes Risiko für psychische Störungen nach Abtreibung


Lina Jurczik

Eine aktuelle Neuanalyse dänischer Krankenakten zeigt, dass das Risiko einer ersten psychiatrischen Behandlung im Jahr nach einer Abtreibung um 50 % steigt. Besonders stark erhöht ist das Risiko für Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, das um 87 % höher liegt.

David Reardon, Direktor des Elliot Institute und Autor der Studie, kritisiert eine frühere Analyse, die keinen Unterschied in den psychiatrischen Behandlungsraten vor und nach einer Abtreibung fand. Diese ältere Studie zeigte zwar höhere Raten psychischer Behandlungen nach Abtreibungen im Vergleich zu Lebendgeburten, führte dies jedoch auf bereits bestehende psychische Probleme bei Frauen zurück, die eine Abtreibung suchten.

Reardon hingegen bemängelt methodische Fehler der ursprünglichen Studie, insbesondere die kurze Beobachtungsdauer von einem, zwei und drei Monaten nach der Abtreibung. Er argumentiert, dass psychische Auswirkungen oft erst später auftreten und dass eine kumulative Betrachtung der Behandlungsraten über längere Zeiträume notwendig sei.

Seine eigene Analyse über identische Zeiträume von neun Monaten vor und nach der Abtreibung zeigt signifikante Unterschiede: Die Raten psychischer Störungen waren nach der Abtreibung deutlich höher. Die Analyse über zwölf Monate hinaus verstärkt diese Unterschiede noch weiter, was auf zunehmende negative Auswirkungen hinweist.

Reardon erhebt schwere Vorwürfe gegen die Autoren der ursprünglichen Studie und behauptet, dass sie bewusst irreführende Ergebnisse präsentiert hätten, um die negativen Auswirkungen von Abtreibungen zu verschleiern. Er kritisiert auch medizinische Fachzeitschriften, die aus ideologischen Gründen kritische Neuanalysen ablehnen.

Trotz der Bedenken und methodischen Verbesserungen, die Reardon in seiner Analyse anführt, bleibt die Debatte über die psychischen Folgen von Abtreibungen umstritten. Kritiker werfen Reardon vor, ebenfalls ideologisch motiviert zu sein, was die Objektivität seiner Forschung in Frage stellen könnte.

Die Diskussion über die psychischen Auswirkungen von Abtreibungen bleibt komplex und polarisiert. Während Reardons Studie auf methodische Schwächen früherer Analysen hinweist und eine höhere Rate psychischer Störungen nach Abtreibungen nahelegt, bleibt die wissenschaftliche Gemeinschaft gespalten. Es ist entscheidend, dass zukünftige Forschungen strenge methodische Standards einhalten und ideologische Einflüsse minimieren, um klare und belastbare Ergebnisse zu liefern.


Mittwoch, 29. Mai 2024

Die Bedeutung der Ernährung während der Schwangerschaft für die Essgewohnheiten des Kindes


Elisabeth Jung

Die Ernährung einer schwangeren Frau hat nicht nur Auswirkungen auf ihre eigene Gesundheit, sondern auch auf die zukünftige Ernährung ihres Kindes. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Ernährung während der Schwangerschaft einen prägenden Einfluss auf die Essgewohnheiten und Vorlieben des Kindes haben kann, die sich oft bis ins Erwachsenenalter fortsetzen.

Eine ausgewogene Ernährung, reich an Nährstoffen wie Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, magerem Eiweiß und gesunden Fetten, bietet optimale Bedingungen für das Wachstum und die Entwicklung des ungeborenen Kindes. Darüber hinaus legen Studien nahe, dass Babys im Mutterleib Geschmacksvorlieben entwickeln können, die durch die Nahrungsaufnahme der Mutter beeinflusst werden. Zum Beispiel können regelmäßige Aufnahme von bestimmten Lebensmitteln wie Obst und Gemüse während der Schwangerschaft dazu beitragen, dass das Kind diese Lebensmittel später im Leben bevorzugt und eher bereit ist, sie zu essen.

Auf der anderen Seite können unausgewogene Ernährungsgewohnheiten während der Schwangerschaft negative Auswirkungen haben. Übermäßiger Konsum von zuckerhaltigen oder fettreichen Lebensmitteln kann dazu führen, dass das Kind später im Leben eine Vorliebe für ungesunde Lebensmittel entwickelt, was das Risiko von Fettleibigkeit und anderen Gesundheitsproblemen erhöhen kann.

Es ist wichtig zu betonen, dass die Ernährung während der Schwangerschaft nicht nur die unmittelbare Gesundheit der Mutter und des Kindes beeinflusst, sondern auch langfristige Auswirkungen auf die Ernährungsgewohnheiten des Kindes hat. Daher ist es ratsam, während der Schwangerschaft auf eine ausgewogene und vielfältige Ernährung zu achten, um die bestmöglichen Startbedingungen für die zukünftige Gesundheit des Kindes zu schaffen.


Donnerstag, 16. Mai 2024

Abtreibungszahlen sind im Jahr 2023 weltweit weiter gestiegen


(DVCK e.V. - Aktion SOS LEBEN) Das Guttmacher-Institut veröffentlichte Anfang März 2024 aktualisierte Schätzungen zur Abtreibungsrate im Jahr 2023. Die Zahlen zeigen einen bedenklichen Anstieg auf über 1 Million Abtreibungen, was einem Anstieg von 10 Prozent seit 2020 entspricht. Dieser Trend steigender Abtreibungsraten, der seit 2017 zu beobachten ist, wird durch diese neuesten Daten weiter bestätigt. Besonders besorgniserregend ist der deutliche Anstieg chemischer Abtreibungen, die nun 63 Prozent aller durchgeführten Abtreibungen ausmachen, was einem Anstieg von zehn Prozentpunkten im Vergleich zu 2020 entspricht. Diese alarmierenden Zahlen wurden von verschiedenen Medien wie CNN, dem Wall Street Journal, The Hill und National Public Radio aufgegriffen.

Die Statistiken stammen aus der monatlichen Umfrage zur Abtreibungsversorgung des Guttmacher-Instituts, die auf einem kleineren Datensatz basiert und darauf ausgelegt ist, schnellere Berechnungen durchzuführen. Im Gegensatz dazu erfolgt die Zählung der Abtreibungsanbieter durch Guttmacher nur alle drei Jahre. Daher könnten die Abtreibungsschätzungen für 2023 möglicherweise nicht so zuverlässig sein wie frühere jährliche Schätzungen.

Es ist zu erwarten, dass einige Medien und Kommentatoren diese Zahlen nutzen werden, um die Unwirksamkeit neu erlassener Pro-Life-Gesetze zu argumentieren. Es ist jedoch wichtig anzuerkennen, dass ein erweiterter Zugang zu chemischen Abtreibungen die Häufigkeit von Abtreibungen tatsächlich erhöht. Maßnahmen wie die Verlängerung des Gestationsalters für chemische Abtreibungen und die Lockerung der ärztlichen Anforderungen unter der Biden-Regierung haben dazu beigetragen, diesen Trend zu verstärken.

Trotz dieser beunruhigenden Zahlen gibt es nach wie vor starke statistische Beweise dafür, dass Pro-Life-Gesetze Leben retten können. Untersuchungen in Texas zeigen, dass der Texas Heartbeat Act monatlich über 1.000 Leben gerettet hat. Ähnliche Ergebnisse wurden auch in anderen Bundesstaaten festgestellt, die strenge Pro-Life-Gesetze erlassen haben. Die Einführung weiterer gesetzlicher Schutzmaßnahmen für ungeborene Kinder bleibt daher ein wichtiges Ziel für uns.

Es ist entscheidend, dass wir uns als Gesellschaft weiterhin für den Schutz des ungeborenen Lebens einsetzen. Die Veröffentlichung dieser Daten sollte als Ansporn dienen, Maßnahmen zu ergreifen, die dazu beitragen, die Zahl der Abtreibungen zu reduzieren und das Leben der ungeborenen Kinder zu schützen.

Donnerstag, 2. Mai 2024

Forderung nach vollständiger Integration von Menschen mit Downsyndrom


Elisabeth Jung

Politiker der Union haben sich dafür ausgesprochen, Menschen mit Downsyndrom uneingeschränkte Teilhabe und Selbstbestimmung in allen Lebensbereichen zu gewährleisten.

In einer Diskussion in Berlin äußerte der CDU-Gesundheitspolitiker Hubert Hüppe Bedenken über bestehende Barrieren in Bildungseinrichtungen, auf dem Arbeitsmarkt und in anderen Lebensbereichen für Menschen mit Downsyndrom. Er betonte die Notwendigkeit, Vorurteile und Einschränkungen abzubauen, um eine inklusive Gesellschaft zu schaffen.

Die Vizevorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Dagmar Schmidt unterstrich ebenfalls die Bedeutung einer umfassenden Integration von Menschen mit Downsyndrom und kritisierte fortbestehende Vorurteile und Stigmatisierung.

Die Diskussion fand im Rahmen des Welttages des Downsyndroms statt, der jährlich am 2. April begangen wird und der Förderung der Teilhabe von Menschen mit Downsyndrom gewidmet ist.

Ursprünglich war geplant, dass an diesem Tag im Bundestag ein interfraktioneller Antrag in Erster Lesung diskutiert werden sollte, der Maßnahmen zur Verbesserung der Integration von Menschen mit Downsyndrom vorsieht. Die FDP-Fraktion forderte jedoch zusätzliche Zeit für die Beratung des Antrags, der bereits seit Ende Februar vorliegt.

Hüppe, Schmidt und andere Abgeordnete gehören zu den Unterstützern des Antrags. Sie kritisierten die zunehmende Verbreitung von pränatalen Tests zur Früherkennung von Downsyndrom. Diese Tests seien nicht therapeutisch, sondern dienten der Selektion und Diskriminierung von Menschen mit Downsyndrom.

Die Finanzierung dieser Tests durch Krankenkassen könne den Eindruck erwecken, dass Menschen mit Downsyndrom ihr Existenzrecht aberkannt werde, so Hüppe. Er warnte auch davor, dass Eltern unter Druck geraten könnten, sich für oder gegen den Test zu entscheiden.

Die Aktion Lebensrecht für Alle unterstützte den Antrag. Es sei besorgniserregend, dass sich pränatale Tests zur Routinemaßnahme entwickelten, um Menschen mit Downsyndrom auszusondern, erklärte ein Sprecher der Organisation.

Der Antrag verweist auf Statistiken zur Verbreitung pränataler Tests im ersten Jahr nach ihrer Einführung. Diese zeigten, dass die Anzahl der durchgeführten Tests über das hinausgehe, was als Einzelfälle gerechtfertigt sei.

Die Grünen-Abgeordnete Corinna Rüffer äußerte sich besorgt über die zunehmende Normalisierung pränataler Tests auf Downsyndrom und betonte die Notwendigkeit, die Rechte und den Schutz von Menschen mit Downsyndrom zu stärken.

Der CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger bezeichnete die selektive Prävention von Downsyndrom als ethisch fragwürdig und forderte eine umfassende gesellschaftliche Debatte über die Werte und Prinzipien im Umgang mit Menschen mit Behinderungen.


Dienstag, 30. April 2024