Dienstag, 19. Dezember 2017

Marsch für das Leben in Den Haag! Unrecht durch Schweigemarsch für das Leben öffentlich machen!


Tobias Großbölting

Der Fortschritt hat einen Pferdefuß. In ultraliberalen Ländern wie den Niederlanden lässt sich das gut beobachten: Ein Machbarkeitskult der Technikgläubigkeit, erwachsen aus dem calvinistischen Humanismus, drückt die Bedeutung der christlichen Moral an den gesellschaftlichen Rand. 

Wie sehr der gesellschaftliche Fortschritt ein moralischer Rückschritt ist, zeigt das äußerst liberale Abtreibungsrecht in den Niederlanden, das einen Schwangerschaftsabbruch bis zur 22. Woche erlaubt. Man muss wissen: In diesem Stadium sind Kinder dank des medizinischen Fortschritts inzwischen auch schon außerhalb des Mutterleibes lebensfähig. 2001 wurde dann auch noch mit der "euthanasiewet" das weltweit erste Sterbehilfegesetz verabschiedet. Sogar Minderjährigen ist der Gebrauch erlaubt.

Ein starkes Zeichen dagegen ist der alljährliche „Marsch für das Leben“ ("Mars voor het Leven") in Den Haag, der immer im Dezember stattfindet, um an den traurigen Jahrestag des Gesetzes zu erinnern, mit dem am 18. Dezember 1980 die Abtreibung legalisiert wurde.

In diesem Jahr fand der "Marsch für das Leben" am Samstag, den 9. Dezember, statt. Nahmen im letzten Jahr noch 7.000 Menschen unterschiedlicher christlicher Konfessionen an dem Marsch teil, sind es in diesem Jahr schon weit über 10.000. Väter und Mütter mit Kindern gehörten ebenso dazu wie Großeltern. Aber auch Jugendliche und Studenten waren vertreten, vereinzelt auch Priester und Ordensangehörige. Internationale Teilnehmer aus Frankreich, Belgien, Deutschland, Litauen und den USA waren angereist, darunter Vertreter von "Droit de Naitre", der DVCK ("Deutsche Vereinigung für eine christliche Kultur") und "Krikščioniškosios kultūros gynimo asociacija".

Die organisatorische Federführung der Veranstaltung lag in den Händen des Hilversumer Vereins "Schreeuw om Leven" ("Schrei ums Leben"). Eingeleitet wurde der Marsch mit einer Kundgebung auf dem „Malieveld“, einer großen Festwiese im Herzen Den Haags. Die Route des Marsches verlief durch das Geschäftsviertel und am Hauptbahnhof vorbei. Es gab auch eine Etappenstation: eine Art „Gedenkstätte“ zum Innehalten. Ein schneeweißes Podest – darauf eine ausgestreckte Hand aus Bronze – bildete in einem Meer aus kleinen Fähnchen vor dem Hintergrund eines großen Plakates eine wirksame Kulisse. Auf dem Plakat war zu lesen: „Abort stopt een kloppend hart – 31.000 keer per Jaar“ (in etwa „Abtreibung stoppt ein klopfendes Herz – 31.000 Mal pro Jahr“). Nach dem Schweigemarsch lud die katholische Organisation „Stirezo“ noch zu einem Vortrag. Hugo Bos, Vorsitzender der katholischen "Civitas Christiana", sprach dort mit Salome Irene van der Wende, die nach den traumatischen Erfahrungen einer eigenen Abtreibung als „Botschafterin der Ungeborenen“ für die Lebensrechtsorganisation „Silent No More“ tätig ist.


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